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Pokémon Karten live verkaufen: Startpreis, Gebühren und Overlay – der Leitfaden für Streamer

Live-Shopping ist für Sammelkarten das, was der Flohmarkt früher war – nur mit Chat, Countdown und Käufern aus ganz Deutschland. Damit eine Show nicht nur Spaß macht, sondern sich auch rechnet, brauchst du drei Dinge: einen Mindestpreis für jede Karte, der Einkauf, Versand und Gebühren deckt, den aktuellen Marktwertim Blick, während geboten wird, und nach der Show eine saubere Abrechnung mit Packliste. Dieser Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie das geht – mit Rechenbeispiel und mit den Werkzeugen von CardPal Live.

13,36 €
Mindestpreis im Rechenbeispiel
1 Formel
Einkauf + Versand + Gebühren
OBS
Overlay als Browserquelle
0 €
kostenlos, ohne Show-Limit

Stand: 10.10.2026 · Quelle: Rechner und Abläufe von CardPal Live; Gebührensätze im Beispiel sind Beispielwerte. Zahlen aktualisieren sich mit den Preisläufen.

Was du für die erste Show brauchst

Für den Anfang reichen ein Handy mit stabilem Internet, gutes Licht von vorn und eine Kartenliste. Plane die Show vorher: Welche Karten kommen in welcher Reihenfolge? Ein guter Spannungsbogen mischt günstige Karten (für schnelle Verkäufe und einen aktiven Chat) mit einzelnen Hits und hebt die besten Karten für das Ende auf. Lege für jede Karte fest, ob sie als Auktion oder zum Festpreis läuft, und notiere den Einkaufspreis – ohne ihn weißt du nach der Show nicht, was übrig bleibt.

  • Plattform-Konto mit Verkäuferfreigabe (die meisten Plattformen prüfen neue Verkäufer).

  • Kartenliste mit Sprache, Zustand und Einkaufspreis je Karte.

  • Versandmaterial bereit: Toploader, Kartenhüllen, Umschläge – Versandkosten gehören in den Mindestpreis.

  • Optional: ein zweites Gerät oder ein Co-Host, der Verkäufe mitschreibt.

Whatnot, TikTok Live, eBay Live, Voggt: wo verkaufen?

Die Plattformen unterscheiden sich weniger in der Technik als im Publikum. Whatnot ist auf Sammelkarten und Live-Auktionen ausgelegt; Käufer kommen gezielt zum Bieten. TikTok Live erreicht viele Zuschauer, die eher zufällig vorbeischauen – gut für Reichweite, oft kleinere Beträge. eBay Live verbindet den Stream mit der bekannten Käuferbasis von eBay. Voggt ist ein europäischer Anbieter für Live-Shopping mit Sammlerfokus.

Entscheidend für deine Kalkulation sind die Gebühren: Provision der Plattform, Zahlungsgebühr und Versand. Sie ändern sich regelmäßig, darum nennen wir hier keine Sätze – nimm sie aus der aktuellen Gebührenseite deiner Plattform und trage sie in CardPal Live einmal als Plattform-Profil ein. Jede Karte rechnet danach mit genau diesen Werten, und im Cockpit siehst du, welche Plattform für die Show gilt.

Startpreis und Mindestpreis berechnen

Der Mindestpreis ist der Preis, ab dem du mit einer Karte kein Geld verlierst. Er deckt den Einkauf, den Versand und alle Gebühren – auch die prozentualen, die vom Verkaufspreis abgehen. Darum steht der Verkaufspreis auf beiden Seiten der Rechnung, und die Formel sieht so aus:

Mindestpreis = (Einkauf + Versand + Zahlungsgebühr fix) ÷ (1 − Provision − Zahlungsgebühr %)

Rechenbeispiel (Beispielwerte)

PostenWert
Einkauf der Karte10,00 €
Versand und Verpackung1,60 €
Zahlungsgebühr fest0,30 €
Provision der Plattform8 %
Zahlungsgebühr in Prozent2,9 %
Mindestpreis13,36 €
Mit 20 % Wunschmarge, Marktwert 18,00 €: Festpreis-Empfehlung18,00 €

Verkaufst du die Karte im Beispiel für 13,36 €, bleiben nach Provision, Zahlungsgebühr und Versand genau die 10,00 € Einkauf übrig – Null auf Null. Wer nur den Einkauf als Untergrenze nimmt, verliert bei jeder knappen Auktion rund 3,36 €. Die Festpreis-Empfehlung nimmt den höheren Wert aus Marktwert und Mindestpreis plus Wunschmarge: Liegt der Markt darüber, verschenkst du nichts; liegt er darunter, rutschst du nicht unter deine Marge.

Auktion ab 1 € oder Festpreis?

Niedrige Startpreise holen Bieter in die Show – aber jede Karte kann auch zum Startpreis weggehen. Setze Auktionen ab 1 € nur bei Karten an, deren Verlust du im schlechtesten Fall tragen kannst (Bulk, Lockangebote), und gib wertvolle Karten mit einem Startpreis knapp über dem Mindestpreis oder zum Festpreis in die Show. CardPal Live warnt im Cockpit, wenn der Mindestpreis über deinem Auktionsstart liegt, und zeigt beim Eintippen des Höchstgebots sofort, ob es reicht – eine Ampel steht auf grün (Marge erreicht), gelb (Gewinn unter Wunschmarge) oder rot (Verlust).

Den Marktwert richtig einschätzen

Der Marktwert einer Karte hängt an Sprache, Zustand und Grading. Eine deutsche Karte kostet oft etwas anderes als dieselbe Karte auf Englisch oder Japanisch; eine PSA 10 ein Vielfaches der Rohkarte. CardPal Live zeigt für die aktuelle Karte den Marktwert in genau ihrer Sprache (bei gegradeten Karten mit Note), dazu Cardmarket-Trend, den günstigsten Preis und den 30-Tage-Schnitt – und friert den Wert beim Hinzufügen ein, damit die Abrechnung später zeigt, welche Karten du unter Wert verkauft hast. Mehr dazu: Pokémon Karten Wert ermitteln, Welche Sprache lohnt sich? und PSA Grading: lohnt es sich?

Overlay in OBS, Streamlabs und TikTok Live Studio

Zuschauer kaufen, was sie verstehen: Name, Set, Nummer und Zustand der Karte gehören groß ins Bild, der Preis auf Wunsch daneben. CardPal Live gibt dir dafür zwei Adressen für eine Browserquelle – eine für die Kartenkachel und eine für Effekte wie „Hit!", „Letzte Chance" oder „Verkauft!". In OBS fügst du sie als Quelle „Browser" ein (Größe 300 × 500 für die Kachel), in Streamlabs genauso, und TikTok Live Studio nimmt sie als Link-Quelle. Ein Tipp im Cockpit oder die Taste O blendet die Karte ein und aus, P den Preis – Markt- oder Startpreis, wie du es für die Show einstellst.

Mit einem Stream Deck oder Bitfocus Companion legst du die wichtigsten Aktionen auf Tasten: nächste Karte, Overlay an/aus, Verkauft, Hit. Die Tasten rufen eine Adresse mit deinem persönlichen Token auf – ohne Anmeldung, aber nur für dein Konto. Und wer gerade kein Stream Deck hat, nimmt das Streampad: dieselben Tasten groß auf dem Handy.

Während der Show

Im Cockpit steht die aktuelle Karte mit allen Preisen, darunter das Feld für Gebot und Verkaufspreis. Ein Verkauf ist ein Feld und ein Knopf: Preis eintragen, optional den Käufer, „Verkauft" – CardPal springt zur nächsten offenen Karte. Neue Karten kommen per Scan oder Suche dazu; eine Karte, die du während der Show scannst, wird sofort die aktuelle. Ging ein Verkauf daneben (falscher Knopf, Käufer springt ab), nimmst du ihn mit einem Tipp zurück; die Karte ist dann wieder zu haben.

Markiere besondere Momente mit Hit!: CardPal merkt sich die Zeit seit Showbeginn, und du findest die Stelle nach der Show für Clips und Shorts wieder.

Nach der Show: Abrechnung und Packliste

Die Abrechnung entsteht nebenbei: Umsatz, Gebühren, Einkauf, Versand, Giveaways und der Gewinn der Show, dazu Umsatz pro Stunde, die Top 5 und alle Karten, die unter Wert weggingen. Die Packliste sortiert alle Verkäufe nach Käufer – zum Abhaken beim Packen und zum Ausdrucken. Dazu kommt die Auswertung über alle Shows: was sich am meisten verkauft, was den meisten Gewinn bringt, welche Sets und Preisklassen laufen, und exportiert alles als CSV.

Mit Co-Host streamen

Zu zweit läuft eine Show ruhiger: einer moderiert vor der Kamera, der andere schaltet Karten und schreibt Verkäufe mit. In CardPal Live lädst du deinen Co-Host per E-Mail in die Show ein. Er arbeitet im selben Cockpit, mit deinem Plan und auf Wunsch mit seinem eigenen Stream Deck – sieht aber weder deinen Einkauf noch Mindestpreis oder Gewinn. Starten, beenden und die Einstellungen der Show bleiben bei dir.

Für Kartenläden: Lager, Termin, Kunden

Wer einen Laden mit CardPal-Händlerbereich betreibt, verbindet beides: Karten kommen direkt aus dem Lager in die Show und sind bis zum Ende für Theke und Shop-Seite reserviert. Ein Verkauf im Stream bucht das Exemplar aus dem Lager aus – mit Kanal „Live", also auch in Statistik, Umsatzsteuer-Übersicht und DATEV-Export. Den Show-Terminkündigst du auf deiner Shop-Seite an; wer deinem Shop folgt, bekommt eine Benachrichtigung in der App. Und wer bei dir kauft und zustimmt, landet als Kunde in deiner Kundenkartei. Mehr dazu: CardPal für Händler.

Gewerbe, Steuer, Datenschutz

Wer regelmäßig und mit Gewinnabsicht Karten verkauft, ist in Deutschland meist gewerblich unterwegs – das gilt auch live. Ob die Kleinunternehmerregelung passt und ob du Karten aus Privatankauf differenzbesteuert verkaufen kannst, klärst du mit einer Steuerberatung; CardPal liefert dafür die Zahlen je Show. Und: Plattform-Namen deiner Käufer sind personenbezogene Daten. Notiere sie für Packliste und Versand, aber speichere sie dauerhaft nur mit Einwilligung – CardPal fragt diese beim Anlegen eines Kunden ausdrücklich ab.

CardPal Live kostenlos ausprobieren

Cockpit, Overlay, Streampad und Abrechnung – mit einer Testshow, die nicht zählt.

Streamer-Tools aktivieren

Häufige Fragen zum Live-Verkauf

Du wählst eine Live-Shopping-Plattform (zum Beispiel Whatnot, TikTok Live, eBay Live oder Voggt), legst deine Karten als Liste an, rechnest für jede Karte einen Mindestpreis aus Einkauf, Versand und Gebühren und zeigst die aktuelle Karte im Stream. Nach der Show verschickst du nach Käufern sortiert. Mit CardPal Live hast du dafür ein Cockpit mit Marktwert und Mindestpreis, ein OBS-Overlay, Tasten fürs Stream Deck und die fertige Abrechnung samt Packliste.

Der Startpreis ist eine Entscheidung, der Mindestpreis eine Rechnung: Mindestpreis = (Einkauf + Versand + feste Zahlungsgebühr) ÷ (1 − Plattformprovision − Zahlungsgebühr in Prozent). Darunter verlierst du Geld. Viele starten Auktionen trotzdem niedrig, um Bieter anzulocken – dann gehört die Karte nur in die Auktion, wenn du den Verlust im schlechtesten Fall tragen kannst. Sonst lieber Festpreis oder einen Startpreis knapp über dem Mindestpreis.

In der Regel eine Provision der Plattform auf den Verkaufspreis, eine Zahlungsgebühr (Prozent plus fester Betrag) und deine Versandkosten. Die genauen Sätze unterscheiden sich je Plattform und ändern sich – nimm sie aus der aktuellen Gebührenseite deiner Plattform. In CardPal Live trägst du sie einmal als Plattform-Profil ein; danach rechnet jede Karte mit diesen Werten.

Über eine Browserquelle in OBS, Streamlabs oder TikTok Live Studio: CardPal Live gibt dir eine Overlay-Adresse, die immer die aktuelle Karte mit Bild und – wenn du willst – Markt- oder Startpreis zeigt. Ein Tipp im Cockpit (oder die Taste O) blendet die Karte ein und aus, P schaltet den Preis.

Ja. Du lädst den Co-Host per E-Mail ein; er braucht ein CardPal-Konto mit aktivierten Streamer-Tools. Er schaltet Karten weiter, erfasst Verkäufe mit Käufer, nimmt Fehlbuchungen zurück und sieht die Packliste – deinen Einkauf, den Mindestpreis und den Gewinn sieht er nicht. Show starten und beenden kannst nur du.

Nichts. Alle Funktionen sind kostenlos: unbegrenzt viele Shows, das Overlay ohne Wasserzeichen und die Auswertung über alle Shows mit CSV-Export. Es gibt kein Abo und keine Pro-Version.

Wer regelmäßig und mit Gewinnabsicht verkauft, handelt in Deutschland in aller Regel gewerblich – auch beim Live-Verkauf. Ab wann das gilt und ob für dich die Kleinunternehmerregelung oder die Differenzbesteuerung passt, klärst du am besten mit einer Steuerberatung. CardPal Live zeichnet Umsatz, Gebühren und Einkauf je Show auf, damit die Zahlen dafür vorliegen.