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PSA Grading bei Pokémon Karten: Lohnt sich das Einschicken?
Eine gegradete Karte in der Plastikhülle mit der 10 sieht nach viel Geld aus – und ist es oft auch. Aber die meisten Karten bekommen keine 10, und eine 9 deckt die Gebühr häufig nicht. Statt Bauchgefühl hier die Mediane aus dem MyCardPal-Katalog: was PSA 10, 9 und 8 gegenüber dem Rohwert bringen, je Preisklasse – dazu die Rechnung, der Ablauf, die Skala und die Fälle, in denen du das Geld lieber behältst.
Quelle: Median der Grading-Verkäufe je Karte und Note (mindestens drei Verkäufe), Cardmarket-Trend als Rohwert. Zahlen aktualisieren sich mit den Preisläufen.
Der Faktor je Preisklasse
Median über alle Karten der Klasse, für die PSA-Verkäufe vorliegen. „Plus PSA 10“ ist der Median des absoluten Aufschlags in Euro – die Zahl, gegen die du die Gradingkosten rechnest.
Die Faktoren fallen mit dem Rohwert: Bei einer 5-Euro-Karte ist eine PSA 10 relativ gesehen ein Vielfaches – absolut aber oft nur der Gegenwert der Gebühr. Bei teuren Karten ist der Faktor kleiner, der Euro-Aufschlag dafür groß. Und in jeder Klasse gilt: PSA 9 bringt nur einen Bruchteil dessen, was PSA 10 bringt.
Die Rechnung: Break-even
Angenommen, Grading kostet dich rund 30 € je Karte (Standard-Service, Versand, Hülle – ein Erfahrungswert, keine Zahl aus dem Katalog). Dann lohnt sich das Einschicken, wenn der erwartete Aufschlag darüber liegt:
Erwarteter Aufschlag = Wahrscheinlichkeit einer 10 × Aufschlag PSA 10 + Wahrscheinlichkeit einer 9 × Aufschlag PSA 9.
Bei modernen Karten direkt aus dem Booster liegt die 10er-Quote grob bei einem Drittel bis der Hälfte, wenn du vorher Zentrierung, Ecken und Oberfläche mit der Lupe geprüft hast; ungeprüft deutlich darunter.
Beispiel: Aufschlag PSA 10 mal 10er-Quote muss über den Kosten liegen.
Unter 10 Euro Rohwert wird es knapp.
Acht aktuelle Karten: roh, PSA 10, PSA 9, PSA 8
Auffällig: Bei mehreren Karten liegt PSA 9 unter dem Rohwert. Wer eine teure Karte einschickt und eine 9 bekommt, hat Gebühr und Wartezeit bezahlt, um weniger zu bekommen als vorher.
Die Grading-Skala: was die Noten bedeuten
PSA bewertet von 1 bis 10. PSA 10 (Gem Mint) ist eine praktisch makellose Karte: Zentrierung mindestens 55/45 auf der Vorderseite, scharfe Ecken, keine Kratzer, keine Druckfehler, die ins Auge fallen. PSA 9 (Mint) erlaubt einen winzigen Makel – einen minimal weißen Punkt an einer Ecke, eine leicht schiefe Zentrierung. PSA 8 (Near Mint-Mint) hat leichte Gebrauchsspuren, etwa Abrieb an der Rückseite oder sichtbare Zentrierungsprobleme. Ab PSA 7 abwärts sind Spuren mit bloßem Auge sichtbar; solche Noten lohnen sich nur bei sehr alten und sehr teuren Karten, bei denen eine unversehrte Karte gar nicht mehr zu bekommen ist.
Der Preisunterschied zwischen 10 und 9 ist so groß, weil Sammler die 10 als Bestätigung kaufen, dass die Karte perfekt ist – die 9 sagt „fast“, und „fast“ zahlt niemand doppelt. CGC vergibt zusätzlich die Note „Pristine 10“ über der normalen 10, BGS die „Black Label 10“ mit vier perfekten Teilnoten; beide sind extrem selten und erzielen wieder ein Vielfaches.
PSA, CGC, BGS, ACE oder TAG?
PSA ist der Standard, an dem sich die Preise orientieren. CGC ist etwas günstiger, schneller und bei modernen Karten weit verbreitet; BGS gilt bei alten Karten als streng und wird mit Teilnoten geführt; ACE und TAG sind jünger, TAG bewertet maschinell mit Fotoprotokoll. Für den Wiederverkauf gilt: PSA, dann CGC, dann der Rest. Wer die Karte behalten und nur schützen will, kann das günstigste Haus nehmen. In MyCardPal siehst du auf der Artikelseite die Mediane je Haus und Note.
Ablauf, Kosten und Wartezeit
Du wählst eine Service-Stufe nach dem angegebenen Kartenwert (je höher der Wert, desto teurer die Stufe und desto besser versichert), legst jede Karte in eine Hülle plus Semi-Rigid-Halter und schickst sie versichert ein – entweder direkt zu PSA oder über einen Händler beziehungsweise eine Sammeleinsendung, was Versand und Zoll spart. Nach dem Eingang durchläuft die Karte Prüfung, Bewertung und Verkapselung; die Zertifikatsnummer lässt sich online nachschlagen. Rechne für die Standardstufe mit einigen Wochen bis mehreren Monaten und mit 20 bis über 100 Euro je Karte, dazu Versand und Versicherung in beide Richtungen.
Vor dem Einschicken
Zentrierung
Rand oben und unten, links und rechts vergleichen. Mehr als etwa 60/40 verschoben ist selten eine 10.
Oberfläche
Im Streiflicht nach Kratzern auf der Holofläche suchen. Das ist der häufigste Grund für eine 9 bei Karten, die neu aussehen.
Ecken und Kanten
Weiße Stellen an den Kanten der Rückseite sind bei der Lupe sichtbar, ohne Lupe oft nicht. Ein Blick spart die Gebühr.
Ist die Karte überhaupt gefragt?
Erst den Rohwert prüfen – Pokémon Karten Wert ermitteln erklärt, wie. Grading macht eine gefragte Karte teurer, eine ungefragte nicht gefragt.
Wann du nicht graden solltest
Rohwert unter zehn Euro, außer die Karte ist ein persönliches Andenken – dann ist die Hülle der Zweck, nicht der Wert.
Sichtbare Makel. Eine 8 oder 7 macht eine moderne Karte nicht wertvoller, sondern bestätigt nur, dass sie beschädigt ist.
Massenware aus dem Booster ohne vorherige Prüfung. Die 10er-Quote ungeprüfter Karten ist zu niedrig, um die Gebühr zu tragen.
Du willst die Karte spielen. Gegradete Karten sind versiegelt; fürs Turnier brauchst du die Hülle ohnehin nicht.
Der Preis fällt gerade. Bei frisch erschienenen Sets sinken die Rohwerte wochenlang; wer wartet, kennt den Aufschlag, gegen den er rechnet.
Gegradete Karten in der Sammlung führen
MyCardPal bewertet gegradete Karten mit dem Marktwert ihrer Note – nicht mit dem Rohwert. Kostenlos.
Häufige Fragen zum Grading
Lohnt sich PSA Grading bei Pokémon Karten?
Nur bei einer PSA 10 und nur bei Karten, die roh schon etwas wert sind. PSA 10 vervielfacht den Wert, PSA 9 bringt oft kaum mehr als die rohe Karte. Rechne Gradinggebühr, Versand und das Risiko einer 9 oder 8 gegen – dann lohnt es sich bei makellosen, gefragten Karten ab etwa 50 Euro Rohwert.
Was ist der Unterschied zwischen PSA 10 und PSA 9?
Preislich ein Sprung, nicht eine Stufe: PSA 10 kostet oft das Drei- bis Fünffache einer PSA 9. Der Grund: Eine 10 ist selten (perfekte Zentrierung, Ecken, Kanten, Oberfläche), eine 9 bekommen die meisten gut erhaltenen Karten.
Was kostet PSA Grading?
Je nach Service-Stufe und Kartenwert zwischen etwa 20 und über 100 Euro pro Karte, plus Versand in beide Richtungen und Versicherung. Über deutsche Sammelstellen oder Händler mit Sammeleinsendung sinken die Versandkosten; die Wartezeit liegt je nach Stufe bei Wochen bis Monaten.
PSA, CGC, BGS oder ACE – welches Grading-Unternehmen?
PSA hat die meisten Verkäufe und die höchsten Preise. CGC 10 liegt deutlich unter PSA 10. Wer verkaufen will, nimmt PSA; wer die Karte behalten will, kann günstiger graden lassen.
Kann ich eine gegradete Karte wieder aus der Hülle nehmen?
Ja, die Hülle lässt sich aufbrechen – die Bewertung ist dann weg, die Karte bleibt unversehrt. Manche Sammler machen das, um bei einem anderen Haus neu einzureichen (Crossover), in der Hoffnung auf eine höhere Note. Die Zertifikatsnummer bleibt in der Datenbank des Hauses sichtbar.
Woher kommen die Grading-Preise?
MyCardPal führt je Karte, Grading-Haus und Note den Median der letzten Verkäufe mit Stichprobengröße. Angezeigt werden nur Werte mit mindestens drei Verkäufen. Auf der Artikelseite stehen sie neben dem Rohwert.
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